Lehrlingslager 2006 in Realp

Unser diesjähriges Lehrlingslager fand in Realp statt. Dort halfen wir eine Woche lang bei der Furka-Dampfbahn mit und erledigten dabei zahlreiche attraktive Arbeiten. Insgesamt waren wir 17 Personen; davon drei Leiter und 14 Lehrlinge aus dem ersten, zweiten und dritten Lehrjahr.

Gemütlicher Startschuss

Am Sonntag ging es endlich los. Am Nachmittag trafen wir uns alle vor dem Firmengebäude und fuhren dann ins Abenteuerlager Realp. Dort angekommen, richteten wir uns in den Zimmern ein und assen anschliessend unser erstes selbstgekochtes, vorzügliches Abendessen.

Arbeitsbeginn

Am Montag ging es nach dem Frühstück gleich zur Dampfbahn, wo uns die zukünftigen Aufgaben erklärt wurden. Es gab insgesamt drei Gruppen:

Eine Gruppe reiste mit dem Zug nach Oberwald, wo sie Gleise vermassen und demontierten. Mit „Rätschen“ entfernten sie die rostigen, schwer zu lösenden Schrauben. Die freigelegten Schienen wurden dann von einem riesigen Bagger abtransportiert. Die alten Gleise sind völlig überwachsen mit wuchernden Pflanzen. Dies ist nicht weiter erstaunlich, da diese Strecke seit über 25 Jahren nicht befahren wurde. Die Aufgabe des Teams war, die Gleise zu entfernen, damit die Strecke abgesenkt werden kann. Es entsteht dadurch ein Anschluss von Gletsch nach Oberwald. Durch diesen Streckenbau wird man voraussichtlich 2009 von Realp bis nach Oberwald durchfahren können.

Eine zweite Gruppe pickelte und schaufelte einen Berghang weg, warf die Erde über die Kante ins Tal und baute Steinkörbe in den Hang hinein. Steinkörbe sind in einem Drahtgeflecht aufgebaute Steine; dadurch fällt bei einem Hangrutsch nicht die ganze Erde auf die Gleise. Um einen Korb zu füllen, mussten wir insgesamt vier Tonnen Steine transportieren. Also suchten wir passende Brocken und schleppten diese zum Korb. Diesen füllten wir anschliessend wie ein grosses Puzzle. Das war zwar nicht immer einfach, ist uns aber gut gelungen. Später rollte noch ein Bagger zur Unterstützung an. So kamen wir nun viel schneller vorwärts. Jedoch fiel er einige Male fast ins Tal hinunter, da er wegen den teilweise überdimensionalen Steinbrocken das Gleichgewicht verlor.

Die dritte Gruppe konnte direkt beim Bahnhof bleiben um dort einen Kranwagen aufzubauen. Am Anfang schliffen wir den Rost des Wagens mit einer Stahlbürste restlos ab. Als diese Arbeit erledigt war, strichen wir den gesamten Wagen zweimal an. Danach begannen wir mit der Demontierung der noch brauchbaren Teile auf einem anderen Kranwagen, bei dem der Kran defekt war. Mit Hammer, Brecheisen und grossen Schraubenschlüsseln machten wir uns an die Arbeit. Wir demontierten das Gehäuse und lösten die gewaltigen Schrauben. Auf dem alten Schrottwagen waren noch Tanks, die wir in eine Tonne entleerten. Als wir fertig waren, ging es richtig zur Sache: Mit der Schleifmaschine trennten wir die Schweissnähte auf, dass die Funken flogen. Die schweren Teile mussten wir dann mit einem Kran hinunter heben, da sie für uns zu schwer waren. Damit war unsere Arbeit getan. In einem weiteren Schritt werden andere Lehrlinge die entfernten Teile auf den von uns neu gestrichenen Kranwagen befestigen.

Erschöpft gehts schon wieder nach Hause!

Wir hatten in diesem Lager Gelegenheit, uns besser kennen zu lernen. Für uns war es eine interessante, spannende und abenteuerliche Zeit. Wir danken der Berufsbildung für die Durchführung und die schöne Lagerzeit!

Pascal Röösli, Konstrukteur 1. Lj und Andrea Beier, Kauffrau 2. Lj